Am Pfingstmontag waren wir zu Gast bei den Gelsenkirchen Devils. Es stand das zweite Training nach der Corona-Unterbrechung auf dem Programm. Elf Wochen gab es kein Training und am Pfingstsamstag hätte der 6. Spiel in der Regionalliga stattgefunden. Durch Corona wurde alles wieder auf Anfang gesetzt. Bereits gestern haben wir ein Interview mit dem Devils Quarterback JoJo Werner veröffentlicht (Link zum Interview). Heute bringen wir euch den zweiten und letzen Teil unserer kleinen Fragestunde vom 2. Training der Devils nach der unfreiwilligen Pause. Jetzt stellte sich unseren Fragen der erste Vorsitzende der Gelsenkirchen Devils, Sven Kicza.

Sven Kicza war am Pfingstmontag ein gefragter Interviewpartner (Foto: Oliver Jungnitsch)Sven Kicza war am Pfingstmontag ein gefragter Interviewpartner (Foto: Oliver Jungnitsch)

Oliver von Fands: Sven, meines Wissens hast Du nie selber gespielt. Wie bist Du zu den Devils gekommen?
Sven Kicza: Ja, das stimmt, ich habe nie Football gespielt. Durch meinen Sohn Julian, der in der Schule eine Flag Football AG hatte, bin in mit American Football in Kontakt gekommen. Lustigerweise  haben die Gelsenkirchen Devils an Julian’s Schule in Essen Stoppenberg eine AG angeboten. Da ein Sohn von Harald Wasser,  ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Devils, auch auf der Schule war, war dies möglich. Harald hat die gesamte AG organisiert und Julian ist in das Jugendtraining der Devils eingestiegen. Das ist lange her, da trainierten wir noch am Schürenkamp. Julian hat verschiedene Sportaren ausprobiert, aber nur der Football vermochte es, dass er sofort nach der Schule seine Hausaufgaben erledigte und  frühzeitig beim Training erscheinen wollte. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte mir das mal genauer ansehen. Also war ich häufiger beim Training.  
Fands: Wann war das und was hast Du hier schon so alles gemacht?
Sven: Das war in 2011 als wir dazugestoßen sind. Die Ausrüstung war damals schon teuer, also habe ich Wege gesucht, wie man günstig an Equipment kommt. Zufällig habe ich dann Kontakt zum Crazy Football Shop bekommen und wir haben in 2012 eine Vereinbarung getroffen. Mit dieser konnten unsere Jugendspieler für 200 EUR eine komplette Ausrüstung erhalten. Zwar war der Helm nicht von Schutt oder Riddell, sondern von Xenith. Heute sind die Preise, besonders für Helme durch die Decke gegangen, da werden häufiger schon Preise von 500 bis 600 EUR aufgerufen. Da ich damals um die Ausrüstung gekümmert habe, hat mich Kevin Pomykay zum Equipment Manager gemacht. Das war auch wichtig, denn früher man man die Helme noch mit der Ballpumpe aufgeblasen, dabei brauchst du drei verschiedene Nadeln. Um diese Dinge habe ich ich gekümmert. Wenig später wurde ich zum Geschäftsführer ernannt, da ich überall und nirgends war. Ab 2015 bin ich dann in den Vorstand gewählt worden. Leider gab es auch in dieser Zeit einige unpopuläre Entscheidung, die ich treffen mußte, da das Wohle des gesamten Vereins wichtiger ist, als der  Blick auf einzelne Bereiche. 
Fands: So ohne Wettkampfbetrieb und Training war es eher langweilig als Vorstand oder ging es hinter den Kulissen hektisch zu?
Sven: Es war gemischt, denn eigentlich war alles für die Saison fertig und geplant. Es wurden immer DoubleHeader angesetzt, dadurch hätten wir eine komplette Tagesauslastung der Spielstätten hinbekommen. Auch haben wir alle Heimspiele auf einen Samstag terminieren können, damit wäre für die Seniors ein freier Tag vor dem nächsten Training gewährleistet gewesen. Aber dann hat Corona zugeschlagen! Da fällst du erst einmal in ein kleines Loch. Es war eine Zeit mit viel Unsicherheit. Zu der Zeit war viel Kommunikation erforderlich, besonders mit den Spielern und Coaches. Ab dem Zeitpunkt der Lockerungen sind wir mit den Ansprechpartnern intensiver in den Dialog gegangen und haben ein Trainingskonzept erarbeitet. Dabei spielen unsere Seniors in dieser besonderen Situation die „Versuchskarnickel“.  Die anderen Teams sollen jedoch kurzfristig folgen. Da die Anforderungen für die Jugendteams besonders hoch sind, ist hier die Herausforderung noch einmal höher. 
Fands:Ihr habt von Euch aus den Mitgliedern für den April keinen Beitrag berechnet. Gab es Unruhe von den Mitgliedern oder eher eine besondere Solidarität? 
Sven: Tatsächlich haben wir große Solidarität erlebt! Nachdem wir das mit dem verminderten Beitrag bekannt gegeben haben, sind 90 % auf uns zugekommen und wollten den kompletten Beitrag zahlen. 
Fands: In der letzten Woche wurde ein Beitrag vom DOSB kontrovers aufgenommen. In der Pressemitteilung wurde ein Schaden durch Corona von über einer Milliarde für die deutschen Vereine angeben. Wie sieht es bei Euch aus?
Sven: Uns hat Corona nichts gekostet, ganz im Gegenteil. Zum ersten Training nach der Pause haben wir drei neue Spieler begrüßen dürfen. Alle Drei haben sich sofort bei uns angemeldet.  Corona hat finanziell keine Löcher bei uns hinterlassen. Unsere Coaches haben wir auch in dieser Zeit komplett entlohnt. Unser Vorteil ist, wir haben keine großen Fixkosten wie ein Vereinsheim, Importspieler oder der gleichen. Wir leben hauptsächlich von unseren Mitgliedsbeiträgen, auch haben wir in der Zeit keine Kündigung erhalten. 
Fands: Seit kurzem gibt es wieder ein Footballtraining. Keiner kann sagen wie es in 2020 weitergeht. Diese Möglichkeiten sind im Gespräch: keine Saison mit maximal Freundschaftsspielen oder eine verkürzte Spielzeit. Zur Lagebeurteilung hat der Landesverband eine Onlineumfrage gestartet. Lass uns mal einen Blick in die Glaskugel werfen: was ist für Dich das wahrscheinlichste Szenario für die Regionalliga und was wäre für 2020 dein Wunsch für den weiteren Saisonverlauf?
Sven: Die Umfrage ist schon 14 Tage zuvor and die Vorstände und Head Coaches gegangen. Der Verband möchte wohl jetzt eine Bestätigung der eingegangen Rückmeldungen erhalten. Mein Wunsch wäre ein kompletter Abbruch, bzw. die Aussetzung der Ligen in 2020. Freundschaftsspiele und Scrimmages sollten möglich sein, da wird jedoch die Politik ein Wörtchen mitreden.  Im Fußball gibt es auch noch keine Entscheidungen, wie es mit den Ligen und Hygieneauflagen weitergeht. Freundschaftsspiele müssen wir jedoch machen, denn wir haben einen Kader mit vielen „Frischlingen“. Die brauchen Spielpraxis. Nach den Sommerferien gibt es hoffentlich weiteren Handlungsempfehlungen, damit wir in die Planung gehen können. Auch unsere Fans vermissen uns und unsere Burger. Auch von den Fans gibt es eine große Solidarität. So haben wir eine Spende von 500 EUR von einem Devilfan erhalten. 
Fands:Diese Situation hat sicherlich Dich und Deine Vorstandskollegen bestätigt ohne Imports den Spielbetrieb zu bestreiten. Glaubst Du an einen Sinneswandel in den anderen Vereinen?
Sven: Nein! Es wird keinen Sinneswandel geben. Wenn man die Vereinbarung der GFL1+2 ließt, dann können Importspieler einfacher integriert werden. Wir haben gute Spieler in Deutschland, die einen guten und ansehnlichen Football spielen können. Dafür braucht man keinen Amerikaner, der auf der Position des Quarterbacks, Linebacker oder Runningback den Alleinunterhalter spielt. Ich bin kein Freund davon.
Fands: Lass uns mal einen weiteren Blick in die Glaskugel werfen. Was ist Deine Meinung zur NFL: wie wird es in diesem Jahr dort aussehen?
Sven: Ich gehe davon aus, dass es - wie in unserer Bundesliga - eine Saison geben wird. Aufgrund des Geldes wird das dort durchgezogen. 
Fands: … mit Zuschauern?
Sven: Auch davon gehe ich aus, die werden es des Geldes wegen komplett durchziehen. 
Fands Zum Abschluss muss du als Baltimore Ravens-Fan noch verraten, was erwartest Du  dann von dem Team?
Sven: Ich rechne, wie im Vorjahr, mit den Playoffs. Durch Lamar Jackson haben sie einen jungen Bursche, der sehr gehyped wurde, ihn sollte man jedoch „erden“.  Er hat sich enorm weiterentwickelt, aber mit 23 Jahren ist er noch sehr jung. Man darf aber nicht vergessen, die Ravens haben zwei gute O-Liner verloren und die Lücken mit Rookies geschlossen. Wie das klappt, muss man abwarten. Schauen wir mal! 

Die Fragen für FandS stellte Oliver Jungnitsch. Weitere Informationen zu den Gelsenkirchen Devils haben wir hier verlinkt. 

Bildergalierie zum Training:

Oliver Jungnitsch für Fands

Corona hat unser Leben verändert, insbesondere das Vereinsleben. Bei den Footballern der Gelsenkirchen Devils gab es eine elfwöchige Trainingspause. Ursprünglich hätte am vergangenen Wochenende der 6. Spieltag in der Regionalliga stattgefunden. Es wäre der Aufsteiger, die Düsseldorf Bulldozer zu Gast gewesen. Seit dem letzten Donnerstag trainieren die Devils wieder, jedoch mit gebremstem Schaum, denn das Training musste komplett umgestellt werden. Hierfür haben die Verantwortlichen der Devils ein Hygienekonzept erstellt, welches die zuständige Behörde überzeugte und somit dürfen die Teams der Footballer wieder auf den Rasen. Noch ist völlig offen, wie es in der Regionalliga weitergehen wird. Möglich wäre eine verkürzte Saison, nur Freundschaftsspiele oder sogar nur ein Trainingsbetrieb. Für uns ist dies eine gute Gelegenheit, um uns einen eigenen Eindruck von der besonderen Situation zu verschaffen.

Quarterback JoJo Werner stellte sich unseren Fragen nach der Zwangspause. Die Gelsenkirchen trainieren an historischer Stelle - der Glückauf-Kampfbahn (Foto: Oliver JungnitschQuarterback JoJo Werner stellte sich unseren Fragen nach der Zwangspause. Die Gelsenkirchen trainieren an historischer Stelle - der Glückauf-Kampfbahn (Foto: Oliver Jungnitsch)

Für die Herren der Gelsenkirchen Devils stand gestern das zweite Training nach der Coronapause auf dem Plan. Elf Wochen ruhte der Trainingsbetrieb bei den Devils und keiner wusste wie es weitergehen sollte. Vom Hauptverband gab es zwar schon Ende April ein Konzeptpapier, welches jedoch nicht lange „überlebte“, denn der AFVD löschte es schnell,  nach vielfältiger Kritik, von Ihrer Homepage. Der AFCV NRW will einen gemeinsamen Weg mit den Vereinen gehen und hat eine Online-Umfrage erstellt - das Ergebnis steht jedoch noch aus. Solange wollen wir nicht warten und holen uns Informationen aus erster Hand. Für unsere Fragen haben wir zum einen Sven Kicza, den 1.Vorsitzenden der Devils und zum anderen einen langjährigen Spieler ausgesucht: Quarterback Johannes (JoJo) Werner. Mit JoJo wollen wir auch starten. Morgen bringen wir das zweite Interview mit Sven Kicza.

Oliver für Fands: JoJo, danke dass Du für uns Dein Training später beginnst, also lass uns mal sofort starten. Zu Anfang erzähle uns einmal, wie du überhaupt zum American Football gekommen und bei den Devils gelandet bist.
Johannes Werner (JoJo): Tatsächlich durch einen guten Freund von mir: Bernhard Tüch. Wir sind schon lange befreundet und er war immer ein bißchen korpulenter. Wir beide haben  - außer Fitness - einen Sport gesucht, den wir gemeinsam ausüben können. Auf der Jugendmesse „You“ haben wir uns bei den Assindia Cardinals über American Football informiert. Essen war für uns zu weit entfernt, aber Bernd hat herausgefunden, es gibt einen Verein in Gelsenkirchen. So bin ich in 2002 zu den Gelsenkirchen Devils gekommen. Da die Devils zu dieser Zeit noch keine Jugendabteilung hatten, haben wir mit den Herren trainiert. Ab 2005 durfte ich auch spielen. Als Jugendspieler in den Herren war es schon besonders herausfordernd und uns wurden unsere Grenzen regelmäßig und deutlich aufgezeigt - aber es hat uns weiterentwickelt, nicht nur spielerisch, sondern auch persönlich.
 
Fands: Dein Bruder ist auch bei den Devils. Thilo ist als O-liner sogar in deiner Unit. Ist es eher ein Vor- oder Nachteil und wie sieht es mit einer gerechten Wertung der jeweiligen Leistung aus?
JoJo: Ich sehe es als riesigen Vorteil an, so hat sich auch unsere Beziehung zueinander sehr verfestigt. Thilo ist mein großer Bruder und ich habe ihn später zu den Devils gebracht. Er ist seitdem mein Aufpasser und ich muss sagen, mit ihm fühle ich mich sicher. Ich vertraue natürlich der gesamten O-Line. Mittlerweile weiß ich, wie jeder von ihnen reagiert. Das ist ein Mega-Vorteil! Thilo ist immer noch besonders, ich denke dies wird klar, wenn ich von meinem Abi erzähle. Einen Tag vor meinen Abiturprüfungen hatten wir ein Spiel und meine Eltern wollten nicht das ich spiele. Aber ich mußte spielen, denn damals hatten wir noch keinen zweiten Quarterback. Vor dem Spiel hat sich Thilo  vor die O-line gestellt und gesagt, sie sollten besonders gut auf mich aufpassen. Was soll ich sagen, meine Sachen waren nach dem Spiel noch sauber und hätten nicht in die Wäsche gemusst. Ich wurde nicht einmal berührt und wir haben das Spiel gewonnen.
 
Fands: Du bist Quarterback der Devils und warst in der Vergangenheit auch als Jugendtrainer und Pressesprecher für die Devils tätig. Von außen betrachtet, wenn ich an euer Tryout im Januar denke, dann würde ich Dir auch den Posten als Head Coach zutrauen. Wie stehst Du dazu?
JoJo: Ich weiss nicht, ob es die Position des Head Coachs wird. Ich bin auch schon ein wenig älter, denn ich werde in diesem Jahr 33 Jahre. Auf der Quarterbackposition kann ich sicherlich noch ein paar Jahre spielen. Noch spiele ich lieber mit den Jungs, als an der Sideline zu stehen. Wir sind ein Freundeskreis, aber sind jetzt alle über Dreißig. Nach und nach wird der eine oder andere die Schuhe an den Nagel hängen. Klar überlegen wir, wie es mit uns weitergeht, es wäre der logische Schritt auf die Seite der Trainer zu wechseln. Wir wollen in Gelsenkirchen bleiben, denn wir lieben den Verein. Schön  wäre es, wenn wir in der Einheit zusammenbleiben. Dabei ist mir es fast egal welche Trainerposition ich bekleiden soll oder darf. Zuvor habe ich jedoch noch etwas auf meiner Agenda: ich möchte einmal in der Defense hospitieren. Gerade als Quarterback setzt man sich mit verschiedenen Defense-Systemen auseinander. Mit diesem Wissen kann man erfolgreicher die Offense coachen. 
 
Fands: Elf Wochen ohne Training waren sicherlich nicht so toll. Wie hast Du Dich fit gehalten?
JoJo: Ich arbeite in Xanten und habe mir anfangs herausgenommen vor der Arbeit um den See zu laufen. Mein Vorteil ist, ich habe das notwendige Equipment wie Gummibänder, Hanteln usw. zu Hause. Somit konnte ich gut trainieren. Auch war ich auf einem nicht gesperrten Platz. Hier durfte man Einzelsport ausüben und das habe ich für Abläufe und Wurfübungen genutzt. 
 
Fands: Eigentlich hätte am Samstag der Gameday gegen die Bulldozer aus Düsseldorf stattgefunden. Wie ist Deine Meinung zum Rest der Saison?
JoJo: Ich hoffe, dass wir Freundschaftsspiele noch absolvieren können. Mittlerweile bin ich sogar gegen die Durchführung einer Saison, denn es gibt schon Unterschiede bei den Vereinen und ihren Voraussetzungen für das Training. So werden in einigen Städten in den Sommermonaten die Sportstätten gesperrt. Damit hat jedes Team andere Voraussetzungen und das erschwert einen gerechten Ligabetrieb. Wir brauchen aber Freundschaftsspiele, denn wir haben viele neue Spieler. Die müssen auf das Spielfeld um das Erlernte auf Praxistauglichkeit prüfen. 
 
Fands: Als Quarterback ist man einer der wichtigsten Personen auf dem Platz und im Team. Ist es für Dich eher zusätzlicher Druck oder zusätzliche Motivation? Wie sollten gerade die jungen Quarterbacks damit umgehen?
JoJo: Für mich war es immer ein Vorteil, klar hängt das sehr von dem jeweiligen Typen ab. Ich bin ein super positiver Mensch, denn ich sehe nicht negativ. So kann man auch noch in der letzten Spielminute ein Spiel gewinnen. Ein guter Quarterback ist nicht der, der die 100 Meter besonders schnell läuft oder den Ball über das ganze Feld werfen kann. Ein guter Quarterback ist einer der das Spiel lesen kann und das für sich nutzt. Es ist schwierig in jeder Situation positiv eingestellt zu sein, aber das ist das, was du als Quarterback tun musst. Für mich ist es auch wichtiger die Fehler nicht bei anderen zu suchen, sondern bei mir. Alles andere demotiviert. Man muss an sich arbeiten und mit dem Team kommunizieren. 
 
Fands: Zum Abschluss möchte ich mit Dir einen Blick über den Teich und in die Glaskugel werfen. Glaubst Du an ein NFL-Saison. Du bist ein eigentlich Miami Dolphins-Fan, aber auch großer Fan von Ryan Tannehill. Wie schneidet dein Team in einer möglichen Spielzeit ab?
JoJo: Ich glaube schon, dass dort gespielt wird, denn es geht um viel zu viel Geld. Aber wie auch hier mit dem Fußball ist es für die Fans nicht so toll, aber das Geld spricht für eine Saison. Auch denke ich, es wird in den Stadien Zuschauer geben. Ich bin natürlich Miami-Fan und hoffe das es die Dolphins schaffen. Verein geht vor Einzelspielern! Tannehill ist ein extrem guter Quarterback, der in der Vergangenheit verrissen wurde. Es hat großes Potential, was er bisher noch nicht vollständig abrufen konnte. Mich hat es geärgert, dass wir ihn verkauft haben. Auch hätte ich mir es für ihn gewünscht, es wäre für ihn und die Titans noch weiter gegangen. Dann hätte ich mir auch von ihm ein Trikot gekauft. Mit Tua auf der Position des Quarterbacks bin ich nicht so glücklich, aber abwarten. Ich denke wir schrammen an den Playoffs vorbei. Für mir ist eine ausgeglichene Spielzeit wahrscheinlich. Wichtig ist für die Dolphins: sie entwickeln sich weiter.

Das Interview mit dem ersten Vorstand der Devils folgt morgen. Dann werfen wir  mit Sven Kizca einen Blick auf eine mögliche Spielzeit, die finanzielle Belastung durch Corona und Aktionen, die im Hintergrund stattfanden.  Die Fragen für NRW Football stellte Oliver Jungnitsch. Wer weitere Informationen zu den Gelsenkirchen Devils haben wir hier verlinkt. 

Bildergalierie zum Training:

Oliver Jungnitsch für Fands

In kurzer Abfolge veranstalteten die Herne Black Barons ein zweites Scrimmage gegen ein Team aus der NRW-Liga. Gestern waren die Kachtenhausen White Hawks zu Gast. Wie auch beim ersten Scrimmage waren viele Schiedsrichter vor Ort, die von erfahrenen Kollegen begleitet wurden. 

Scrimmage der Black Barons gegen die White Hawks (Foto: Oliver Jungnitsch)Scrimmage der Black Barons gegen die White Hawks (Foto: Nick Jungnitsch)

Entgegen des ersten Scrimmage wurden auf der Herner Seite die Spielzüge für die neue Saison getestet. In einer Serie hatte jedes Team 10 Versuche zur Überbrückung des Spielfeldes. Dabei wirkte der Gast aus Kachtenhausen gut eingespielt und stellte für die Barons eine echte Herausforderung so früh im Jahr dar. Bei Herne wurde das Personal häufig gewechselt, um allen Spielpraxis zu vermitteln. 

Die Herne Black Barons halten die Frequenz hoch, denn in zwei Wochen steht bereits das nächste Scrimmage an. Bis dahin hat der Trainerstab, um Head Coach Kai-Uwe Weitz viel Videomaterial zu sichten und auszuwerten. Dann sind die Schiefbahn Riders zu Gast. Mit den Riders kommt ein Team aus einer höheren Liga, der Verbandsliga, nach Herne. 

Bildergalerien zum Scrimmage:

 

Oliver Jungnitsch für FandS

Im letzten Monat feierten die Krefeld Ravens ihren dritten Geburtstag. Für uns wieder einmal ein Grund nach Krefeld zu schauen und einen erneuten Versuch zu unternehmen, um hinter das Geheimnis des Erfolges der Ravens zu kommen. Ihr erstes Training am 04.03.2017 wurde mit 136 Aktiven durchgeführt und hat uns nachhaltig beeindruckt. Ein Grund für den Erfolg ist sicherlich das gute Personal an der Sideline. Nachdem wir im letzten Jahr Bernd Franzen, den Head Coach der Herren als Interviewpartner gewinnen konnten, durften wir jetzt Matthias Karkosch (Koschi) auf den Zahn fühlen. „Koschi“ ist der Head Coach der U19 Mannschaft. 

Matthias Karkosch - Krefeld Ravens American Football  Head Coach U19 & Jugendkoordinator (Foto: Krefeld Ravens)Matthias Karkosch - Krefeld Ravens American Football Head Coach U19 & Jugendkoordinator (Foto: Krefeld Ravens)

Matthias Karkosch hat selbst viele Jahre gespielt, hauptsächlich auf der Position des Quarterbacks. Seine Stationen waren die Duisburg Dockers (2006-2007), Düsseldorf Bulldozer (2008-2009), Bochum Cadets (2010-2011), Langenfeld Longhorns (2012-2014), Schiefbahn Riders (2015) und Mülheim Shamrocks (2016-2017). In 2018 beendete er seine aktive Laufbahn als Spieler bei den Düsseldorf Bulldozer und wurde anschließend bei den Ravens Jugendtrainer. 

Oliver von Fands.pics: Koschi, vielen Dank für deine Zeit und die erneute Gelegenheit uns mit den Krefeld Ravens zu beschäftigen. Wie gesagt, die Ravens sind ein noch sehr junger Verein, der aber schon einiges bewegt hat.  Wie hast du überhaupt den Weg zu den Krefled Ravens gfunden?
Matthias Karkosch (Koschi): Die Entscheidung nach 13 Jahren meine Footballschuhe an den Nagel zu hängen ist mir alles andere als leichtgefallen. Doch für mich war klar, dass ich meine Coaching Karriere starten möchte, deshalb führte ich Gespräche mit einigen Teams aus NRW. Schon in dieser Phase hat mir die Professionalität der Ravens sehr imponiert: Vereinsgründer Dino Volpe nahm sich viel Zeit mich kennenzulernen. Wir führten sehr intensive und konstruktive Gespräche und waren schnell auf einem Nenner. Für mich war es auch sehr reizvoll in einem jungen Verein meine Handschrift hinterlassen zu können. Dass ich ein Jahr später den ersten Jugendtitel der Vereinsgeschichte gewinne und als Jugendkoordinator in Krefeld ein komplettes Jugendprogramm mit- aufbaue, damit hätte ich niemals gerechnet. 
 
Oliver: Wenn ich es richtig recherchiert habe, dann hast du als OC begonnen und wurdest kurze Zeit später Head Coach. Wie kam es dazu? 
Koschi: Ich konzentrierte mich zunächst auf meinen Coordinator Job in der U19 bis wir 3 Tage vor unserem ersten Saisonspiel über den überraschenden Rücktritt des U19 HCs erfuhren. Der Vorstand bot mir dann den Head Coach Posten an. 
 
Oliver: So kann es gehen. Lass uns zunächst einen Blick in das letzte Jahr werfen. Wie war es für dich und warum coachst du die Jugend? 
Koschi: Mein Einstand als frisch gebackener Head Coach verlief alles andere als erfolgreich, wir haben eine deutliche Niederlage kassiert und da wusste ich: Auf mich wartet jetzt viel Arbeit! In meinem ersten Jahr als „Fulltime“ Coach (nur coachen, nicht selbst spielen) hatte ich ein sehr turbulentes Jahr und vielleicht motiviert meine Geschichte sogar junge bzw. neue Coaches, die vor dieser Aufgabe stehen. Mir war es wichtig langfristig zu planen, deshalb unterstützte ich unsere neu formierte U16 und fing an neue Strukturen, Abläufe, Trainingspläne aber auch Kommunikationswege zum Vorstand, den Eltern, Schulen und Co. aufzubauen. Ich konnte 7 neue Coaches davon überzeugen sich unserem Programm anzuschließen, wir alle haben dieselben Ziele- was sehr wichtig ist. Weil ich für verschiedene Organisationen spielen durfte konnte ich sehr schnell positive, aber auch negative Erfahrungen sammeln, wie sich eine Football Philosophie und Coaches auf mich und meine Leistung auswirken. Diese Erfahrungen haben mir ein Bild davon gegeben, wie ich als Coach sein möchte. Für mich war es schon immer etwas Besonderes mit jungen Nachwuchsathleten zusammenzuarbeiten. Die Jugend ist eine sehr wichtige und prägende Zeit für die Zukunft und Entwicklung eines Menschen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Football diesbezüglich einen positiven Einfluss hat jungen Kids Werte wie Disziplin, Ehrgeiz, Respekt und Teamgeist zu vermitteln. Wenn sie verstanden haben, dass das nicht nur auf dem Football Feld hilfreich ist, sondern ebenso in ihrem privaten Umfeld: Dann habe ich meinen Job erledigt.  
 
Oliver: Eines sollte man auch noch erwähnen, du bist auch Jugendkoordinator der Ravens. 
Koschi: Ja, stimmt! Das klingt so als sei der Head Coach und Coordinator Posten nicht spannend genug (lach). Die oben genannten Aufgaben hatte ich bereits größtenteils ohne den Jugendkoordinator Titel übernommen, weil ich auch wusste, dass eine gute Jugend Struktur die U19 positiv beeinflusst. Irgendwann wurde ich Jugendkoordinator genannt, ohne es jemals wirklich angestrebt zu haben. 
 
Oliver: Viele Aufgaben! Dabei brauchst Du sicherlich Hilfe. Wer unterstützt dich in der Arbeit?  
Koschi: Mit über 30 Supportern im Hintergrund in diversen Bereichen wie Vorstand, Media, Orga, Medical, Design, Marketing, Team Management, Spielbetrieb oder Merchandise haben wir feste Strukturen und Abläufe. Wenn man bedenkt, dass es die Ravens erst seit 2017 gibt, ist das sehr beachtlich. Die tolle Arbeit, vor allem ehrenamtlich möchte ich an dieser Stelle noch einmal lobend erwähnen. Diese Grundlage gibt mir Sicherheit langfristige Ziele zu setzen. Dino Volpe, der Gründer und Präsident der Ravens hat eine sehr energische Aura, er liebt den Sport und ist sehr versiert in den Dingen, die er tut, das steckt an. Christoph Wittfeld aus dem Vorstand und Marketing, ehem. Office/Staff Mitarbeiter der Cologne Centurions ermöglicht uns dank seiner Erfahrung und Kontakte neue Wege. Viele Namen die ich an dieser Stelle erwähnen könnte. Speziell in der Jugend sind es die Coaches die unsere Philosophie auf die Jungs übertragen und sie zu Football Spielern aus oder weiterbilden. Unsere Team Managerin Monika Capellen ist quasi meine rechte Hand und mit ihrer langjährigen Erfahrung ein wesentliches Element unseres Erfolges. Aber auch das Engagement der Eltern, die jederzeit Ihre Hilfe anbieten sorgt für ein positives Umfeld und am Ende für eine Community die uns zusammenwachsen lässt. 
 
Oliver: Für eine Entwicklung braucht man Vorbilder oder Mentoren. Wer hat dich als Coach am meisten geprägt bzw. beeindruckt? 
Koschi: Ich glaube ich habe mehr als 40 Coaches in meiner aktiven Spielzeit kennengelernt. Bei so einer Anzahl ist eine Bewertung schwierig, weil ich wirklich einige sehr gute Coaches erleben durfte, die mich weitergebracht haben. Trotzdem möchte ich zwei Namen erwähnen, die mich nicht nur sportlich, sondern auch menschlich gefordert, gefördert und an mich geglaubt haben. Jim Yahrling und Yves Thissen. 
 
Oliver: Kenne und schätze ich beide. Yves durfte ich häufiger als HC an der Sideline erleben, wenn ich in Essen zu Gast war und kann es mir bei ihm besonders gut vorstellen. Da du nur von den Besten gelernt hast, kannst du uns zum Abschluß vielleicht noch einen Tipp für die schwierige Aufgabe es Jugendtrainers verraten. Die Aufgabe des Vermittlers zwischen Eltern, Spielern und Verein ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Besonders bei der Aufstellung eines guten und erfolgreichen Teams. Was kannst du uns als Tipp mit auf den Weg geben? Und wo sind typische Fallen und wie kann man diese umgehen? 
Koschi: Das ist eine sehr spannende Frage, ich versuche mich kurzufassen (lach). In dem Interview sprechen wir viel über organisatorische oder mentale Inhalte, das zeigt wie breitgefächert der Coach-Job ist. Ein gewisses Football Know-how ist sicherlich eine Voraussetzung, aber auch hier kann man sich reinarbeiten. Sich Ziele zu setzen und Spieler, Coaches, Eltern auf diese Reise mitzunehmen fordert das Teamwork, weil man gemeinsamen an etwas arbeitet. Auch nach Niederlagen oder Misserfolgen sind neue Zielsetzungen wichtig. Ich habe gelernt mich viel selbst zu reflektieren, um für neue Impulse offen zu sein. Der Football entwickelt sich weiter, ich als Coach muss das auch tun. Trotzdem muss man manchmal auch seine Entscheidungen oder Philosophie entgegen Kritikern durchsetzen. Als Coach kannst du nicht immer Everybody‘s Darling sein, daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Kinder, insbesondere Jugendliche können unberechenbar sein. Heute finden sie Football cool und morgen möchten sie lieber mit Mädels ausgehen. Ich versuche deswegen nah an den Kids zu sein, viel mit ihnen zu kommunizieren, sie zu verstehen. Stichwort „Empathie“. Sich mit den Eltern austauschen gehört ebenso dazu. Grundsätzlich lege ich viel Wert auf Disziplin: Wir haben feste Regeln an die sich jeder zu halten hat. Wir haben es geschafft einen guten Mix aus Disziplin und Spaß herzustellen, für mich ist das die Grundlage bevor ich überhaupt anfange an Siege oder Meisterschaften zu denken.  

 

Die Fragen für Fands.pics stellte Oliver Jungnitsch. Weitere Informationen zu den Krefeld Ravens haben wir hier verlinkt. Die U19 der Krefeld Ravens hat am 05.04.2020 ein Testspiel gegen die Gelsenkirchen Devils. Wir von Fands.pics wollen vor Ort sein. Es ist ein Beitrag hierzu geplant.

Oliver für NRW Football

Heute waren die Wuppertal Greyhounds zum Scrimmage bei den Gelsenkirchen Devils zu Gast. In rund zwei Stunden testeten beide Teams ausgiebig ihr Personal und erhielten eine erste Standortbestimmung.

Scrimmage in Gelsenkirchen: hier trafen die Devils auf die Wuppertal Greyhounds (Foto: Nick Jungnitsch)Scrimmage in Gelsenkirchen: hier trafen die Devils auf die Wuppertal Greyhounds (Foto: Nick Jungnitsch)

Die Gäste aus Wuppertal reisten mit einem Bus und großem Spielerkader an. Heiko Czarnotta, der Head Coach der Devils war im letztem Jahr noch auf der Seite der Greyhounds als OC tätig. Bedingt hierdurch, aber sicherlich auch weil es gegen einen höherklassigen Gegner ging, zeigten sich die Gäste sehr motiviert. Auf beiden Seiten demonstrierten zunächst die Defensespieler, was sie in der Offseason bisher gelernt haben. In der Offense gab es noch Probleme in der Feinabstimmung. Auch der Wind machte das Pass- zum Glückspiel. 

Insgesamt blieb das Scrimmage fair, jedoch ging es auch einmal übermotiviert zur Sache. Auf beide Teams kommt noch einiges an Arbeit zu, so sah es zumindest von außen aus. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung nicht ungewöhnlich.  Für die Gelsenkirchen Devils geht es voraussichtlich Ende März ins Trainingslager und eine Woche später gibt es ein Testspiel gegen die Krefeld Ravens. 

Bildergalerien zum Scrimmage:

Oliver Jungnitsch für FandS

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